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Dortmund  Mahn- und Gedenkstätte Steinwache

Auftraggeber: Stadtarchiv Dortmund
Datum: Oktober 2017
Leistungen: Digitales Raumbuch, Verifizierung der Bestandspläne

Die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache in der Dortmunder Innenstadt ist mit ihrem Baubestand ein wichtiger Zeuge des letzten Jahrhunderts. Im Jahr 1928 wurde das fünfgeschossige Polizeigefängnis erbaut und entsprach den damaligen neusten Standards. Somit konnten kurzzeitig Inhaftierte unter guten Bedingungen untergebracht werden.


Die scheinbar gleichförmigen Zellen bergen verschiedene Nutzungsspuren.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wandt sich das Blatt und die Gestapo nutzte die Steinwache zur Unterbringung politischer Gefangener, Juden und Ausländer vor der Deportation in ein Konzentrationslager. Entgegen ihrer ursprünglichen Funktion zur würdigen Kurzzeitinhaftierung wurden die Zellen teilweise zur Folter und Misshandlung genutzt.
Nach der Nutzung als Polizeigefängnis und Übernachtungsstätte für Nichtsesshafte nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Steinwache um 1990 Dauerausstellungsort für die Ausstellung „Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933-1945“.


Kratzer und Dellen an den Originaltüren aus der Erbauungszeit zeugen vom Widerstand und der Zerstörungswut einiger Inhaftierter.

Damit die Spuren der bewegten Zeiten am Bau des Gefängnisses für die Ausstellung stärker genutzt werden können wird diese neu konzipiert. Um eine umfassende Untersuchung des Baus und eine gleichzeitige Sammlung aller relevanten Nutzungszeugnisse zu verfassen, erstellten wir ein digitales Raumbuch mit der von uns entwickelten Plattform raumbuch-digital.de.
Das Werkzeug Raumbuch bot sich bei dem auf dem ersten Blick recht gleichförmigen Erscheinungsbild der Zellentrakte an, da mit ihm die unterschiedlichen Details der einzelnen Räume präzise und übersichtlich festgehalten werden können. Die digitale Form ermöglicht dabei eine einfachere Arbeit mit den umfangreichen Daten, eine schnellere Aktualisierung einzelner Aspekte und die bessere Einbindung der Fotos in den Text. Sie ermöglicht außerdem mehrere Filter um gezielt Informationen zu finden. Nichtsdestotrotz ist eine Ausgabe als pdf und ein Ausdruck der jeweils aktuellsten Version jederzeit möglich.


Die Lage der Treppen im Bau ist den Wegen der Gefangenen vom Untersuchungszimmer zu den Zellen angepasst.

Wir freuen uns sehr, die Steinwache in Dortmund als eines der ersten Projekte mit unserem digitalen Raumbuch zu bearbeiten und damit zur Neukonzeption der Ausstellung beizutragen.


Geschrieben am 4. Dezember 2017, 16:02 von Eileen Purnama