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Die barocke, heute katholische Stadtkirche Zur Heiligsten Dreieinigkeit prägt seit dem 18. Jahrhundert den Marktplatz Ludwigsburgs. Zahlreiche Umbauten und Eingriffe – insbesondere der Choranbau von 1906 sowie verschiedene Sanierungseingriffe des 20. und frühen 21. Jahrhunderts – hatten deutliche Spuren am Bauwerk hinterlassen. Die letzte große Veränderung stellte das 2006 eingebaute Holzstabwerk im Kirchenraum dar.
Aufgrund gravierender Schadensbilder wurde strebewerk. Architekten GmbH mit der umfassenden, denkmalgerechten Sanierung beauftragt. Grundlage bildeten detaillierte Untersuchungen verschiedener Projektbeteiligter, die sowohl konstruktive Schwächen als auch schädigende Überformungen früherer Eingriffe offenlegten: Das Dachtragwerk litt neben Konstruktionsmängeln durch den Umbau von 1906 auch unter substanziellen Schäden. Durch eine zimmermannsmäßige Instandsetzung mit einhergehender Schadstoffsanierung konnten diese Mängel nun behoben werden. Aufgrund diffusionsdichter Beschichtungen und zementhaltiger Reparaturen kam es zudem zu einem massiven Natursteinzerfall an den Fassaden. Um diesem entgegenzuwirken, mussten sowohl die schädigenden Schichten entfernt als auch die Steine konserviert, ergänzt und, wo notwendig, erneuert werden. Darüber hinaus hatte eine langjährige Feuchte- und Salzbelastung zu starken Schäden am Sockelbereich geführt. Der vollständige Ersatz des Sockelputzes durch ein diffusionsoffenes Sanierputzsystem in Kombination mit einer mineralischen Silikatbeschichtung ermöglichen jetzt eine langfristige Entsalzung und Austrocknung.
Eine besondere Herausforderung stellten die 1906 eingebauten Stahlbänder dar, die das Langhaus wie ein Korsett fassen und inzwischen teils stark korrodiert waren. Nach ihrer Instandsetzung wurden sie zusätzlich in sensiblen Bereichen über ein neu gefertigtes, schützendes Gesims denkmalverträglich integriert.
Gravierend war auch die tiefgreifende Verschwärzung sämtlicher Oberflächen im Innenraum, die durch einen ausgeprägten Fogging-Effekt verursacht wurde. Dabei erwies sich eine bloße Reinigung als nicht ausreichend abrasiv und so musste eine vollständige Entfernung der belasteten Beschichtungen mittels Partikelstrahlverfahren erfolgen. Das neugewählte mineralische, diffusionsoffene Beschichtungssystem soll einer zukünftigen Verschmutzung entgegenwirken.
Mit Abschluss der Sanierung konnte die historische Substanz der Stadtkirche nun erhalten und langfristig stabilisiert werden. Heute besticht die bedeutende barocke Kirche wieder mit strahlender und zugleich zukunftsfähiger Anmut.
Titelbild: Lukas Frontzek
Foto: Lukas Frontzek
Foto: Lukas Frontzek