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Die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul in Steinhausen bei Bad Schussenried zählt zu den bedeutendsten Sakralbauten des oberschwäbischen Barocks. Errichtet zwischen 1728 und 1733 im Auftrag der Reichsabtei Schussenried, wurde die Kirche von Dominikus Zimmermann geplant, erbaut und stuckiert; die Deckenfresken stammen von seinem Bruder Johann Baptist Zimmermann. Als herausragendes Beispiel des Régence-Stils ist sie ein zentraler Bestandteil der Oberschwäbischen Barockstraße und bis heute ein bedeutender Wallfahrts- und Kirchenort.
strebewerk. Architekten GmbH ist mit der umfassenden denkmalgerechten Sanierung des Bauwerks betraut. Die Maßnahmen erfolgen in mehreren Bauabschnitten und berücksichtigen gleichermaßen denkmalpflegerische, restauratorische und bauphysikalische Anforderungen. Im ersten Bauabschnitt lag der Schwerpunkt auf der Instandsetzung der Außenhülle. Hierzu zählten die Sanierung der Fassaden, insbesondere der Sockelbereiche, sowie die Überarbeitung der Natursteingewände, Dach- und Turmflächen. Am Turmhelm wurden feuchtegeschädigte Bereiche der historischen Holzkonstruktion zimmermannsmäßig instandgesetzt und Schäden an der Kupferblechdeckung behoben. Stark geschädigte Bleideckungen an den Giebeloberseiten mussten aufgrund materialbedingter Schäden vollständig erneuert werden. Ergänzend erfolgten restauratorische Arbeiten an der vergoldeten Turm- und Giebelzier sowie an den Heiligenfiguren Maria, Joseph und Joachim in den Giebelflächen, die, untypisch für den Außenbereich, aus witterungsempfindlichem Gips gefertigt sind.
Ab 2026 folgt der zweite Bauabschnitt mit dem Fokus auf der Restaurierung des Innenraums. Vorgesehen sind die konservatorische Sicherung der Gewölbemalereien und gefassten Architekturgliederungen, die Restaurierung und Reinigung der gefassten sowie holzsichtigen Ausstattung einschließlich der Orgel und die Fortführung der Fenstersanierung im Innenraum. Parallel dazu werden punktuelle Instandsetzungen im Dachtragwerk vorgenommen.
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die langfristige Stabilisierung des Innenraumklimas. Hierzu werden bauphysikalisch abgestimmte Maßnahmen umgesetzt, darunter die Einrichtung einer Windfangzone, der Einsatz dezentraler, feuchtegesteuerter Fensterstellmotoren, Fensterheizungen an der feuchtebelasteten Nordseite sowie eine Sockeltemperierung zur Reduktion von Kondensatbildung und zur Unterstützung der Austrocknung des Mauerwerks.
Aufgrund der für den zweiten Bauabschnitt erforderlichen vollflächigen Einrüstung des Kircheninnenraums bleibt die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul während dieser Bauphase geschlossen.
Vorzustand Giebelfigur
Zwischenzustand Giebelfigur
Endzustand Giebelfigur
Vorzustand Giebel
Endzustand Giebel
Rückbau Turmgerüst