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Stuttgart-Degerloch, Geräteschuppens auf dem Gelände des Garnisonsschützenhaus-Ensembles Stuttgart

Geräteschuppen auf dem Gelände des Garnisonsschützenhauses

Stuttgart

Auftraggeber
Stadt Stuttgart, Hochbauamt
Datum
2019-2020
Leistung
Leistungsphasen nach HOAI 5-8

Der Geräteschuppen auf dem Gelände des Garnisonsschützenhauses stammt aus dem Jahr 1898 und schließt das Ensemble nach Osten hin ab. Der Schuppen ist in seiner ursprünglichen Bauart erhalten, sein länglicher Baukörper in neun Abteile aufgeteilt. Das Gebäude ist als Holzkonstruktion auf einem Klinkersockel errichtet, die Außenwände sind mit einer Bretterschalung mit Deckleisten verkleidet, das Satteldach mit Bitumenbahnen gedeckt. Der Geräteschuppen steht im Gegensatz zu den anderen Gebäuden des Ensembles nicht unter Denkmalschutz. Da sich das Gebäude aber vor allem durch die im Inneren vollständig sichtbare Holzkonstruktion auszeichnet, erfolgte die Sanierung der hölzernen Elemente behutsam wie bei einem Denkmal.


Nach außen gekipptes Sockelmauerwerk im Bereich der Nordostecke.


„Schwebende“ Nordostecke nach Abbruch des Mauerwerks.

Schwerpunkt der Maßnahme waren die statische Sicherung und die konstruktive Instandsetzung. Der Klinkersockel im hinteren Teil des Gebäudes war nach außen gekippt und das Schwellholz der Holzkonstruktion „hing in der Luft“. Eine statische Unterfangung aus Beton ersetzt nun im Bereich der Nordostecke und einer Giebelwand das Klinkermauerwerk. Der neue Unterbau wurde frostfrei gegründet und über Ankerstäbe mit den Böden der einzelnen Abteile verbunden. Das Schwellholz und damit die gesamte Holzkonstruktion des Schuppens wurde über Metallverbindungen im Betonsockel und in die Natursteine auf der Westseite verankert. Auf der Westseite des Schuppens musste leider die komplette Dachschalung und nahezu alle Sparren der Dachkonstruktion ausgetauscht werden. Durch undichte Stellen der Bitumendachdeckung konnte jahrelang Feuchtigkeit eindringen und es kam zu Fäulnisschäden an den Hölzern. Wie bereits vor der Instandsetzung wurde das Dach mit zweilagigen Bitumenbahnen eingedeckt – bei einer Dachneigung von 30°eine Herausforderung für den Dachdecker.


Unterer Teil des Bewehrungskorbes für den Betonsockel.


Fertig betonierte Nordostecke.