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Reutlingen, Oberamteistraße Nr. 28-34

Oberamteistraße Nr. 28-34

Reutlingen

Auftraggeber
Stadt Reutlingen
Datum
seit November 2018
Leistung
Architektenleistungen Leistungsphasen nach HOAI 1-4

Aus einem Denkmal wird Museum…
Das Areal der Oberamteistraße war als einer der wenigen Bereiche der Reutlinger Altstadt vom großen Stadtbrand im Jahre 1726 nicht betroffen. Somit gehören die Bürgerhäuser Nr. 28 bis 32, die während der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts entstanden sind, zu den ältesten erhaltenen Profanbauten in Reutlingen, die wiederum eine der ältesten zusammenhängenden Fachwerkhäuserzeilen Süddeutschlands bilden. Die Gebäude sind Teil einer ehemals noch längeren Häuserzeile, die durch den Abriss des sogenannten „Steinernen Hauses“ im Jahr 1972 ihre ursprüngliche Geschlossenheit verlor. Seitdem zeichnet sich dort eine Lücke im Stadtraum ab, wo nur noch die 2017 archäologisch freigelegte historische Kelleranlage von der Existenz des Hauses zeugt.


Visualisierung des Entwurfs
© wulf architekten für die Visualisierungen der Straßenzeile und des Entwurfs

Der Wettbewerb im Jahr 2017 zielte auf die Wiederbebauung der Parzelle als Bestandteil der umfassenden Sanierung der Häuserzeile Oberamteistraße 28 – 32 hin, aus dem das Architekturbüro Wulf Architekten hervorstach. Seitdem haben wir gemeinsam mit Wulf Architekten und dem Ingenieurbüro Grau den Auftrag von der Stadt Reutlingen erhalten, ein nachhaltig statisch-konstruktives und denkmalgerechtes Sicherungs- und Instandsetzungskonzept für die Kulturdenkmale zu entwickeln. Das Konzept hat den maximalen Substanzerhalt, den Erhalt der historischen Aussagekraft und die Herstellung einer öffentlichen Zugänglichkeit mit musealer Nutzung zum Ziel.

Das Wesen des Neubaus steht hierbei in den Diensten des Altbaus und übernimmt notwendige Funktionen, wie das seitliche Abstützen des in Schiefstellung geratenen Bestandes und die barrierefreie Erschließung dessen. Aus dem Stützbock heraus entwickelt sich ein Raumtragwerk aus Holz, welches den Innenraum prägt. Dieses Raumfachwerk trägt die Hülle, die die historische Kelleranlage des ehemaligen „Steinernen Hauses“ vor Witterung schützt.

Der Neubau, der in Kubatur und Eigenheit die Form des verlorengegangenen Hauses einnimmt, schließt somit endlich die Wunde der Häuserzeile und bildet zusammen mit den Altbauten ein öffentlich zugängliches ‚Exponat‘, welches Zeugnis über die sowohl städtebaulichen Entwicklungen als auch über die Bau- und Wohnkultur in Reutlingen der letzten 800 Jahre gibt.


Innenaufnahmen der historischen Bauten

Wir freuen uns, zur Erhaltung der Reutlinger Stadtgeschichte beizutragen und die Gebäude vor dem Verfall zu schützen!